EM 2016: Auch die Herren holen das WM-Ticket
vom 23.11.2016
Nachdem die deutschen Curling-Damen am Mittwoch ihre Qualifikation zur Weltmeisterschaft (18.-26. März in Peking/CHN) mit einem klaren 9:3 im ersten Spiel des Tages gegen Dänemark vorzeitig perfekt machen konnten, konnten die Herren am Abend durch einen deutlichen Erfolg in ihrem letzten Vorrundenspiel gegen Österreich nachziehen. Mit dem vierten Sieg in den letzten fünf Partien rissen Alex Baumann und sein Team das Ruder so weit herum, dass sie ebenfalls das direkte Ticket für die WM (1.-9. April in Edmonton/CAN) lösten. Beide DCV-Teams haben also die Chance, bei den WMs Punkte für die direkte Olympia-Qualifikation zu sammeln.

Herren: Deutschland – Finnland 5:6
Gegen Finnland, dass bis dahin erst einen Sieg hatte verbuchen können und praktisch mit dem Rücken zur Wand stand, vergaben die deutschen Herren eine Vorentscheidung im Rennen um die WM-Tickets für 2017. Dabei begann die Partie gar nicht so schlecht. Im ersten End konnte man Finnland dazu zwingen, nur einen Stein zu schreiben, und nach einem Nuller-End holte sich das Team Baumann mit einem Zweierhaus im dritten End die Führung. Doch die DCV-Curler erlaubten sich in der Folge zu viele Fehlsteine. „Vor allem die Draws waren oft zu lang, und damit konnten wir nie den nötigen Druck auf die Finnen ausüben“, analysierte Andy Kapp, der die Partie erneut von der Seite aus verfolgte. Als Finnland im siebten End einen Stein zum 5:3 stehlen konnte, lag der Druck stattdessen beim deutschen Team.
Mit etwas Glück rettete man sich aber noch ins Extra-End, weil dem finnischen Skip Aku Kauste im zehnten End der entscheidende Double-Takeout misslang und so ein deutscher Stein zum 5:5-Ausgleich liegen blieb. In der „Verlängerung“ baute das deutsche Team zwar gut Druck auf, doch diesmal brachte Kauste seinen letzten Stein perfekt. Der Takeout bedeutete einen Punkt und zugleich den Sieg für Finnland.
„Eine völlig unnötige und sehr ärgerliche Niederlage“, fand Kapp. „Jetzt heißt es, den Kopf freizukriegen, das entscheidende Spiel gegen Österreich positiv anzugehen und die WM-Qualifikation zu erreichen.“

Herren: Österreich – Deutschland 3:11
Das DCV-Team zeigte sich im entscheidenden letzten Spiel der EM-Vorrunde sehr fokussiert und hatte angesichts der schweren Aufgabe – bei einem Sieg winkte die direkte WM-Qualifikation, im Falle einer Niederlage hätte auch der Klassenerhalt in der A-Gruppe des europäischen Curlings noch in Gefahr geraten können – den viel souveräneren Auftritt als Aufsteiger Österreich. Das junge Team aus dem südlichen Nachbarland hatte mit Andy Kapps Bruder Uli Kapp als Trainer für ein paar sehr starke Auftritte bei dieser EM gesorgt, doch Skip Sebastian Wunderer konnte gegen druckvoll spielende Deutsche nicht seine ganze Leistungsstärke abrufen.
So setzte Alexander Baumann bereits im zweiten End mit einem Dreierhaus ein starkes Ausrufezeichen und profitierte im nächsten End von zwei Fehlsteinen Wunderers mit zwei weiteren gestohlenen Steinen. Die 5:0-Führung gab dem DCV-Quartett die nötige Sicherheit, um die Partie sicher zu verwalten. Erst im siebten End gelang Baumann ein Double-Takeout nicht, so dass die Österreicher mit einem Zweierhaus zumindest auf 3:7 verkürzen konnten. Doch davon ließen sich die Deutschen gar nicht beeindrucken. Der Druck im achten End war so groß, dass ein missglückter letzter Draw von Wunderer zu einem deutschen Viererhaus führte, das die Partie vorzeitig beendete.
„Es war eine klare Geschichte“, freute sich Andy Kapp, der das Match wie schon seit dem fünften EM-Spiel als Alternate von draußen verfolgte. „Wir haben konzentriert und selbstbewusst gespielt und nahezu keinen Fehler gemacht.“

Damen: Deutschland – Russland 4:6
Nach der bereits vorzeitig gesicherten WM-Qualifikation am Vormittag durch den klaren 9:3-Erfolg über Dänemark konnte das Team Jentsch im vorletzten Vorrundenspiel gegen Russland über weite Strecken auf Augenhöhe mithalten. Russland spielte allerdings insbesondere auf den Positionen zwei und drei extrem stark und baute damit immer wieder großen Druck auf. Und wenn die Russinnen mal in Schwierigkeiten gebracht werden konnten, war auf die Takeouts von Skip Moiseeva immer Verlass. So entschieden Kleinigkeiten die Partie zu Gunsten der Playoff-Anwärterinnen, denen im achten End der einzige Steal der Begegnung zum 5:2 gelang. Zwar verkürzte Daniela Jentsch im neunten End sogar noch einmal auf 4:5, aber das reichte nicht mehr, um das Ruder noch rumzureißen.
Russland holte damit die vorzeitige Playoff-Quali, während es für die Deutschen nun am Donnerstagmorgen nur noch um die Platzierung im gesicherten Mittelfeld dieser Europameisterschaft geht.
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