Bundestrainer zuversichtlich vor EM-Start
vom 15.11.2016
Die beiden deutschen Teams gehen bei den Curling-Europameisterschaften der Damen und Herren im schottischen Braehead vom 19. bis zum 26. November jeweils mit dem Ziel ins Rennen, sich möglichst direkt für die im nächsten Jahr in Edmonton (CAN, Herren) und Beijing (CHN, Damen) stattfindenden Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Unter den aktuellen Voraussetzungen blickt Bundestrainer Thomas Lips durchaus zuversichtlich auf das Doppel-Turnier voraus, sieht dabei sogar bei beiden Teams Überraschungspotenzial.

Die Ergebnisse der deutschen Damen, die in Braehead mit Skip Daniela Jentsch, Analena Jentsch, Josephine Obermann und Pia-Lisa Schöll starten werden, waren in den letzten Wochen zwar durchwachsen, doch Bundestrainer Lips relativiert: „Das war keineswegs eine negative Überraschung. Unser Saisonplan war, das Team bei stärker besetzten Turnieren antreten zu lassen. Daraus resultieren natürlich auch mehr Niederlagen.“ Bei einem Turnier wie der International Curling Challenge in Riga etwa sei eine Top-Drei-Platzierung Pflicht gewesen – und dort hat das Team sogar gewonnen. „Der Plan geht bislang auf“, zeigte sich der Bundestrainer zufrieden. „Aber eine EM ist immer etwas Anderes, und es ist schwer vorauszuschauen, wie es dort laufen kann.“

Mit einem Blick auf das Starterfeld in der Damen-Konkurrenz macht Thomas Lips eine klare Zwei-Klassen-Gesellschaft aus. „Die Medaillen werden Schweden, Schottland und die Schweiz wohl unter sich ausspielen. Dahinter gibt es ein paar unbekanntere und weniger erfahrene Teams. Das Feld ist heute breiter als in den vergangenen Jahren.“ Darin läge aber auch eine Chance. „Wir spielen in den ersten fünf Spielen gleich gegen vier Teams, die wir schlagen müssten, um uns direkt für die WM zu qualifizieren. Wenn wir also gut in das Turnier kommen, dann ist einiges drin. Ich denke, bei diesem ausgeglichenen Feld ist zwischen Rang vier und zehn praktisch alles möglich. Wenn wir allerdings die WM-Qualifikation verpassen, wäre das schon eine Enttäuschung.“

Wie bei den Damen, so genügt auch in der Herren-Konkurrenz ein siebenter Platz, um sich direkt für die WM zu qualifizieren. Als Hauptrunden-Achter müsste man noch ein Ausscheidungsduell gegen den Sieger der B-Europameisterschaft bestreiten.

Etwas schwieriger sieht Thomas Lips die Herausforderung für das umformierte Herren-Team. Aufgrund der Ausfälle von Sebastian Schweizer (verletzt) und Daniel Rothballer (Auslandsstudium) rutschte Routinier Andy Kapp als Skip auf der Lead-Position ins Team, und als Alternate fährt der für Deutschland spielberechtigte Kanadier Ryan Sherrard mit nach Schottland. Die wichtigen letzten Steine spielt weiterhin Alexander Baumann. Außerdem gehören auch Manuel Walter und Daniel Herberg – beide Teil des Teams, das im vergangenen Jahr starker Sechster wurde – zur Formation des DCV.

„Noch vor zwei Monaten hätte ich es als deutlich schwieriger erachtet, dass die Herren das WM-Ticket lösen können“, gibt Bundestrainer Lips zu. „Aber sie haben sich stetig gesteigert, haben zuletzt in Champery und Edinburgh jeweils das Viertelfinale erreicht. Unter den gegebenen Umständen spielen sie gut. Ob das am Ende genügt, werden wir sehen. Ich denke, die WM-Qualifikation ist machbar, aber es muss auch viel stimmen. Ich bin aber auch hier absolut guten Mutes. Das Team hat auch das Potenzial, eine positive Überraschung zu schaffen.“

Spielplan:
Samstag, 19. November
Deutschland – Schweden (Herren) - 09:00 Uhr*
Deutschland – Tschechien (Damen) - 14:00 Uhr
Italien – Deutschland (Herren) - 19:00 Uhr

Sonntag, 20. November
Italien – Deutschland (Damen) - 08:00 Uhr
Deutschland – Russland (Herren) - 12:00 Uhr
Finnland – Deutschland (Damen) - 16:00 Uhr

Montag, 21. November
Schweiz – Deutschland (Herren) - 08:00 Uhr
Schweden – Deutschland (Damen) - 12:00 Uhr
Deutschland – Dänemark (Herren) - 16:00 Uhr
Deutschland – Norwegen (Damen) - 20:00 Uhr

Dienstag, 22. November
Norwegen – Deutschland (Herren) - 09:00 Uhr
Deutschland – Schottland (Damen) - 14:00 Uhr
Deutschland – Schottland (Herren) - 19:00 Uhr

Mittwoch, 23. November
Dänemark – Deutschland (Damen) - 08:00 Uhr
Deutschland – Finnland (Herren) - 12:00 Uhr
Deutschland – Russland (Damen) - 16:00 Uhr
Österreich – Deutschland (Herren) - 20:00 Uhr

Donnerstag, 24. November
Deutschland – Schweiz (Damen) - 09:00 Uhr

* Ortszeit

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