EM 2016: Zwei Siege für DCV-Damen
vom 20.11.2016
Das Damen-Team des Deutschen Curling-Verbandes hat bei den Europameisterschaften im schottischen Braehead am zweiten Turniertag die ersten beiden Siege eingefahren. Gegen Italien gelang ein knapper, aber verdienter 8:7-Arbeitssieg, und gegen Finnland überzeugte das Team um Skip Daniela Jentsch mit einer starken Leistung und einem 8:5-Erfolg. Die deutschen Herren um Skip Andy Kapp sind nach wie vor nicht im Turnier angekommen. Auch im dritten Spiel gab es eine Niederlage. Den Russen unterlag das Team knapp mit 5:6.

Skip Andy Kapp zeigte sich entsprechend auch nicht zufrieden: „Zu viele Ungenauigkeiten haben es den Russen zu leicht und zugleich und zu schwer gemacht heute. Wir konnten außerdem die Chancen, die und Russland gegeben hat, nicht nutzen. Jetzt muss sich bei uns unbedingt etwas ändern, denn mit einer 0:3-Bilanz wird die Luft schon dünner, gerade, weil schon morgen wieder zwei starke Gegner kommen. Uns fehlen im Moment einfach die Killersteine. Spielerisch läuft es solide, aber Mittelmaß reicht hier eben nicht. Beim Saisonhöhepunkt muss es knallen. Das müssen wir jetzt auch mal zeigen.“

Die DCV-Herren gingen mit dem Hammer ins Spiel, doch der russische Skip baute hinten raus mit einem starken Double-Takeout viel Druck auf und zwang Alexander Baumann zu einem Draw, der zumindest einen Stein auf das Scoreboard brachte. Die Russen konterten mit einem Zweierhaus, als der letzte Takeout nicht zu 100 Prozent kam und damit dem Gegner die Chance auf zwei Steine eröffnete. Auch im dritten End war es ein nicht ganz gelungener Shot, der Russland einen gestohlenen Stein ermöglichte. Wirklich gravierende Fehler machten beide Teams nicht, aber einige kleine Ungenauigkeiten machten oft den Unterschied aus. Im vierten End passte es mal, und schon glich Deutschland nach einem Double-Takeout mit einem Zweierhaus aus.

Es blieb ein Duell auf Augenhöhe, doch Russland legte wieder zwei Steine vor. Die Deutschen ließen daraufhin End Nummer sechs ohne Punkte verstreichen, musste dann aber nur einen nehmen. Russland nutzte seine Chancen danach und verteidigte den knappen Vorsprung geschickt. Im Schlussend hätte Deutschland noch mindestens einen Stein stehlen müssen, um zumindest das Zusatzend zu erzwingen, doch Baumann konnte einen Fehler seiner Gegenübers Timofeev nicht nutzen, blieb mit seinem Stein ebenfalls an einer Guard hängen, sodass der russische Skip mit seinem letzten Stein keine Mühe hatte, den letzten verbliebenen deutschen aus dem Haus zu entfernen und so ein Nuller-End zu verbuchen, das am Ende das 5:6 aus deutscher Sicht besiegelte.

Den Auftakt hatten an diesem Sonntag jedoch die Damen um Daniela Jentsch gegen Italien gemacht. In der ersten Spielhälfte hatte das Team noch einige Schwierigkeiten, seinen Rhythmus zu finden. Doch danach kämpfte man sich in die Partie, auch wenn es Italien immer wieder etwas zu leicht hatte, zwei Steine zu verbuchen. „Bis zur Halbzeit haben wir eigentlich zu viel verschenkt, aber dann haben die Mädels Moral gezeigt, sich zurückgekämpft und die Partie am Ende auch verdient gewonnen, auch wenn da natürlich noch Luft nach oben war – insbesondere im Entscheidungsverhalten nach nicht so perfekten Steinen“, konstatierte Bundestrainer Thomas Lips.

Im zweiten Spiel des Tages gegen das finnische Team zeigte das Team Jentsch von Beginn an eine starke Leistung. „Das war spielerisch und kämpferisch das, was man hier zeigen muss“, lobte Thomas Lips. Dass aber das Backend mit über 87 Prozent Genauigkeit spielen müssen, um die Partie am Ende zu entscheiden, zeige, wie stark die Konkurrenz hier ist. „Klar waren auch in diesem Spiel ein paar Fehler dabei, das gehört auch dazu. Aber insgesamt war es ein ganz starker Auftritt. Es war aber nur ein Spiel, und wir müssen auch morgen Paroli bieten. Wenn wir aber morgen wieder so spielen, wird auch Schweden kämpfen müssen. Wir sind jetzt wieder im Soll und können guten Mutes die nächsten Aufgaben angehen.“

Deutschland begann stark und zeigte mit einem Dreierhaus gleich, wohin es in diesem Spiel gehen sollte. Doch die Finninnen konterten ihrerseits umgehend mit drei Steinen. Das Team Jentsch spielte aber geduldig weiter, verzichtete in den folgenden drei Ends darauf, nur einen Stein schreiben zu müssen. Finnland konnte dann zwar mit einem gestohlenen Stein in Führung gehen, doch auch das brachte die DCV-Curlerinnen nicht aus dem Konzept. Nach einem Zweierhaus stahl man im achten Durchgang seinerseits einen Stein zum 6:4. Anschließend zwang man Finnland dazu, nur einen Stein zu schreiben und machte dann mit dem Recht des letzten Steins und zwei Punkten im Schlussend den Sack zu.

(Foto: WCF)

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